Aktuelle Meldungen aus dem Forum Ehe+Familie (FEF) – eine Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA).

FEF Winter-Mitgliedertreffen 2019: „Sexualität besser verstehen und mutig darüber reden“ mit Veronika Schmidt

Viele Menschen wünschen sich eine echte und ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität in der Gesellschaft und der christlichen Lebenswelt. Aus diesem Grund hat das Forum Ehe+Familie die Sexologin und erfolgreiche Bloggerin Veronika Schmidt zu seinem Wintertreffen am 18. Januar 2019 in Aarau eingeladen. Sie kennt die brennenden Fragen dazu und begegnet diesen einfach „unverschämt“, ehrlich und mit wohltuender Offenheit.

Die Wahrnehmung der christlichen Sexualethik ist bis heute hauptsächlich durch eine Verbots-Kultur geprägt: Keine Selbstbefriedigung, kein Sex vor der Ehe, gegen Aufklärung in der Schule, gegen Pornografie. Diese Anti-Haltung hat ihre Spuren hinterlassen und unzählige Christen in ihrer Sexualität negativ beeinflusst. Das verhindert, eine sinnvolle, ermutigende und aufklärende Sprache zum ganzen umfassenden Spektrum der menschlichen Sexualität zu finden. In der Bibel wird Sexualität als solche nicht problematisiert; auch im Judentum wurde sie nie grundlegend diskreditiert.

Gebot der Liebe statt Gesetzlichkeit

„Die schönsten erotischen Texte der Weltliteratur finden sich – man höre und staune – in der Bibel, im Hohelied“, sagt Veronika Schmidt. Im Neuen Testament mache Jesus zudem keine Aussagen zu Selbstbefriedigung, vorehelichem Geschlechtsverkehr oder zu Homosexualität. Es täte daher dringend Not, in der christlichen Lebenswelt eine neue Sexualmoral zu entwickeln. „Gehen wir doch mal vom Gebot der Liebe aus. Und nicht aufgrund von Gesetzlichkeit.“
Junge Menschen brauchen Informationen und vorbildhafte Anleitung, wie sie Selbstverantwortung und Verantwortung anderen gegenüber in Liebe entwickeln können. Wie Studien bereits belegten, haben junge Menschen umso später den ersten Geschlechtsverkehr, je mehr sie über Sexualität wissen. Veronika Schmidt ist überzeugt, dass gute sexuelle Aufklärung, das Erlernen einer entsprechenden Sprachfähigkeit und eine offene Gesprächskultur dafür absolut notwendig seien. „Das Manko bezüglich sexuellen Know-hows sehe ich tagtäglich in der Beratungsarbeit.“

Ermutigung zum Sex

Am Wintertreffen des Forums Ehe+Familie will die Sexologin sowohl Männer als auch Frauen dazu ermutigen, ihr sinnliches Potenzial auszuschöpfen. „Weil niemand uns sagt, wie wichtig Sex für die Beziehung ist, macht sich Sex-Müdigkeit breit“, sagt sie und stellt fest, dass die durchschnittliche Sexhäufigkeit abnehme. Moderne Partnerschaften fänden weniger Zeit füreinander und Paare streichelten wohl lieber ihr Smartphone als einander. Man könne dem entgegenwirken, wenn man wisse, wie Lust und Körper funktionieren. „Und geplanter Sex ist die Grundlage für spontanen Sex oder überhaupt für ein befriedigendes Sexleben.“

Das Mitgliedertreffen des Forum Ehe+Familie ist für alle Interessierten offen. Es findet am Freitag, 18. Januar 2019 im Popup Work (Obere Vorstadt 37) in Aarau statt. Hier können Sie sich zum Mitgliedertreffen anmelden. Den Flyer kann man hier ansehen.

FEG-Powerday19 zum Thema „Gottes Ressourcen für unsere Familie“ mit Käthi und Daniel Zindel

Am 26. Januar 2019 führt das Team „Ehe+Familie“ der Freien Evangelischen Gemeinden FEG in der Schweiz in Langenthal den Powerday19 durch. Die Referenten Käthi und Daniel Zindel werden zum Thema „Gottes Ressourcen für unsere Familie“ sprechen.

„Die Familie ist Gottes geniale Idee!“, sind die Veranstalter überzeugt. Gott habe ein grosses Interesse daran, dass Familien gelingen können; er selber würde sie segnen und stärken. Gott beschenke vielfältig, damit die Ehe zum Ort des Segens und der Entfaltung werden könne. Je mehr Gott seinen Platz in der Familie einnähme, desto mehr gäbe es Zugang zu seinen unerschöpflichen Ressourcen. Am Powerday19 wird in zwei Referaten Familie als lebendiges Beziehungssystem und sicherer Ort des Wachstums erläutert. Konkrete, im Alltag umsetzbare Impulse sollen zu mehr Handlungsfähigkeit. verhelfen. In einem Workshop nach Wahl kann man das Thema in verschiedenen Schwerpunkten vertiefen.

Die Hauptreferenten Käthi & Daniel Zindel, sind Leiter der „Stiftung Gott hilft“ in Zizers (www.stiftung-gotthilft.ch). Käthi ist Lehrerin, Leiterin Beratungsstelle Rhynerhus, Elterncoach, Paar- & Einzelseelsorgerin. Daniel ist Theologe, Leiter des sozialpädagogischen Werkes „Gott hilft“, Führungscoach und Paarseelsorger. Zindels haben vier erwachsene Kinder und vier Enkel.

Den Flyer kann man hier ansehen. Anmelden kann man sich bis zum 15. Januar 2019 unter www.feg.ch/ehefamilie.

Studie „Die Religion, eine Familiengeschichte?“

Die Publikation „Die Religion, eine Familiengeschichte?“ des Bundesamtes für Statistik BFS kommt zum Schluss, dass die Familie eine wichtige Rolle in der Weitergabe des Glaubens spielt.

Inwiefern übernehmen Personen die Religion ihrer Eltern? Welche Faktoren beeinflussen diese Übernahme? Wie gross ist der ­Anteil derjenigen, die sich von anderen Religionen oder spirituellen Strömungen angezogen fühlen, konvertieren oder ihre Kirche verlassen? Welchen Stellenwert hat die Religion oder Spiritualität heutiger Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder? Diese und weitere Fragen werden in der Publikation basierend auf Analysen der Daten aus der Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur von 2014 beantwortet.

Die Studie kann auf der Homepage des Bundesamtes für Statistik bezogen oder heruntergeladen werden.

Wie man die Liebe pflegt – Standesämter setzen auf Scheidungs-Prävention

Vom siebenten Himmel zur harten Bruchlandung: Viele Beziehungen scheitern. Über 40 Prozent der Paare in der Schweiz lassen sich pro Jahr scheiden. Zivilstandsämter wollen dem nun entgegenwirken – mit einer präventiven Broschüre, was Paare stark macht. Das Forum Ehe+Familie hat sich an der Entwicklung der Broschüre beteiligt.

„Die Liebe ist wie eine wunderschöne Pflanze. Ein kostbares Geschenk der Natur. Es gibt vermutlich nichts Schöneres und Wertvolleres, was einem Menschen geschenkt werden kann als die Liebe. Wer lieben darf und geliebt wird, sollte sich sehr glücklich schätzen. Doch nichts ist ohne Preis.“ So beginnt die neue Broschüre „Wie man die Liebe pflegt“, die seit kurzem von Standesämtern in der Schweiz aufgelegt werden. Es sind Tipps für eine gute Ehe, die von Guy Bodenmann, Paarforscher und Professor am Psychologischen Institut der Universität Zürich, entwickelt wurde. Die 16-seitige Broschüre richtet sich an Neuvermählte und fasst in einer allgemein verständlichen Sprache wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen, wie die Paarbeziehung gelingt.

Das Ja-Wort, die Hochzeit, die grosse Liebe – der Inbegriff von Romantik. Ja zu einem gemeinsamen Leben für immer und ewig. Das Schweizer Fernsehen berichtet in der Nachrichtensendung „10vor10“, darüber: Wo die Gesellschaft an Lösungen arbeitet – über den Versuch, Scheidungen zu verhindern. 2016 betrug die Scheidungsrate in der Schweiz 41,5 %. Am häufigsten wird nach sieben Jahren geschieden. Diese verursachen gemäss einer Schätzung von B, S, S Volkswirtschaftliche Beratung jährliche Kosten von über 90 Millionen Franken.

Wieso legen Standesämter nun bei der Hochzeit eine Broschüre zum Thema Scheidung auf? „Viele wissen nicht, dass das Zivilstandsamt auch die Scheidungen einträgt. Das ist natürlich eine weniger erfreuliche Arbeit. Daher ist die Broschüre super, weil sie im Voraus sensibilisiert, was man machen kann, dass es nicht soweit kommt“, sagt Irene Imhof, Teamleiterin Zivilstandsamt Zürich im TV-Beitrag. Ihr Team begleitet jedes Jahr 2’500 Lovestorys, welche ihre Geschichte vor dem Standesamt mit einem Ja krönen.

Das Prickelnde kann fade werden. Guy Bodenmann sagt daher: „Es lohnt sich, in die Beziehung zu investieren.“ Es sei daher wichtig, Zeitfenster einzuplanen oder bei einem Streit nach fairen Lösungen zu suchen. „Paare sollte am ersten Tag damit anfangen, sonst werden sie irgendwann unglücklich, was mit hohen emotionalen Kosten verbunden ist.“

 

Quelle: Markus Baumgartner, DienstagsMAIL

MARRIAGE & FAMILY AWARD 2018: Ein „Oscar“ für christliche Paar- und Familienarbeit

Bevor im Februar 2019 in Los Angeles die nächste Oscar-Verleihung über die Bühne geht, vergibt das Forum Ehe+Familie (FEF) schon am 3. November einen Award. Ab sofort können besonders innovative und einflussreiche Projekte der christlichen Paar- und Familienarbeit nominiert werden. Dem Gewinnerprojekt winkt ein Preisgeld in der Höhe von 1’500 Franken.

Immer wieder stösst man im Rahmen der christlichen Paar- und Familienarbeit auf innovative Projekte. Die meisten dieser Projekte erhalten selten die Aufmerksamkeit, die ihnen eigentlich gebührt. Aus diesem Grund hat sich das Forum Ehe+Familie (FEF) entschieden, jährlich einen Preis an ein christliches Projekt im Bereich Ehe und Familie zu vergeben. Mit dem „MARRIAGE & FAMILY AWARD“ möchte das FEF einerseits die Initianten ermutigen und sie für ihr Engagement ehren und andererseits wünscht sich das Forum, dass andere dadurch ermutigt werden, selber Ideen zu entwickeln und so in eine gesunde Beziehungslandschaft zu investieren.

FEF übernimmt von FAMILYLIFE

Der Award wurde 2016 von der Organisation FAMILYLIFE ins Leben gerufen. Für die dritte Ausgabe wird er dieses Jahr neu vom Forum Ehe+Familie vergeben. Damit wird der Preis in einen breiteren Kontext von Organisationen, die sich für die Stärkung von Ehe und Familie einsetzen, gestellt. Das FEF verbindet heute 15 Organisationen und etliche Einzelmitglieder. Eine Jury, die sich aus Fachpersonen der Partnerorganisationen zusammensetzt, prämiert schliesslich das innovativste und einflussreichste christliche Projekt mit dem „MARRIAGE & FAMILY AWARD“. Im letzten Jahr wurde der Award an den Blog „liebesbegehren.ch“ von Veronika Schmidt vergeben. Die diesjährige Preisverleihung findet am 3. November 2018 im Rahmen des Studientags „Ehe“ an der STH Basel statt.

Jetzt Projekte nominieren

Bevor die Jury über das Siegerprojekt entscheiden kann, müssen neuartige und wirkungsvolle Projekte nominiert werden. Bis am 15. September 2018 können Projekte via Online-Formular eingereicht werden: www.forumehefamilie.ch/awardnominierung.

 

© copyright Pokalfoto: S. Hofschlaeger, Pixelio.de

„Als Kirche müssen wir uns dem Thema Singlesein noch ganz anders stellen“

Zum Abschluss von „Solo&Co ON TOUR 2018“ zieht die Bundesreferentin des christlichen Single-Netzwerks Astrid Eichler zufrieden Bilanz.

Auch wenn es in jeder der acht Stationen, darunter Aarau, durch den deutschsprachigen Raum im Detail und durch die Teams anders war: Überall wuchs ein Wir-Gefühl. „Das war das wirklich Erstaunliche und Beglückende von ON TOUR“, so Astrid Eichler. „Es geschah eine Art Verbundenheit – in ein paar Stunden und zwischen Menschen, die sich vorher meist fremd waren.“ Eichler ermutigte die Singles dazu, über den Tag hinaus daran weiterzuarbeiten. Da ist ein Anfang gemacht: In Wien hat sich ein Team gebildet, in Dortmund war der nächste Stammtisch überfüllt, im Sauerland ist eine neue Gruppe entstanden, in Leipzig ist nun ein Stammtisch für Singles in Gründung. Daneben sind viele persönliche Kontakte vor Ort entstanden.

Pastorin Astrid Eichler predigte an den meisten Orten der TOUR am Sonntag in einer Kirchgemeinde. Dabei machte sie deutlich, dass es bei den Alleinlebenden nicht um eine Sondergruppe geht: „Jesus hat gesagt: ‚Ich bin gekommen, dass ihr das Leben habt und das in Fülle.‘ Das soll und kann Wirklichkeit werden für Singles und für Ehepaare und Familien.“ Manches Gemeindemitglied, mancher Pastor entdeckte „eine ganz neue Perspektive.“ „So habe ich das noch nie gesehen.“ „Als Kirche müssen wir uns diesem Thema noch ganz anders stellen.“

Am vergangenen Wochenende hatte die Tour durch acht Städte im deutschsprachigen Raum zum vorläufig letzten Mal Halt gemacht – in Leipzig. Wie auch Singles Gemeinschaft finden können, machten dort u. a. Beispiele aus dem Netzwerk sichtbar. Eine Teilnehmerin fand am Ende: „Toller Tag, ganz viel Impulse, viele neue Leute kennengelernt auch aus meiner eigenen Stadt. Würde es diesen Tag nicht geben, man müsste ihn erfinden.“ Einem Teilnehmer aus Dresden gefiel die „super Mischung aus Humor und Tiefgang“. Nach diesen ermutigenden Erfahrungen und vielfach ausgedrückter Dankbarkeit heisst es nun für Eichler: Nach der TOUR ist vor der TOUR. Im nächsten Jahr wird das christliche Single-Netzwerk seine Vision in anderen Städten vorstellen. Interessierte Pastoren und Gemeindeleitungen können „Solo&Co“ 2019 in ihre Stadt holen. Astrid Eichler predigt dann gern auch wieder sonntags in einer Gemeinde. Mail an info@soloundco.net genügt.

Solo&Co“ ist ein Arbeitszweig des „EmwAg e. V.“, der sich ganz überwiegend aus Spenden und gelegentlich Stiftungsmitteln finanziert. Das überkonfessionelle christliche Single-Netzwerk ist in vielen Regionalgruppen organisiert.

Impulstag von „Solo&Co“ am 24. März 2018 in Aarau

Am Samstag, 24. März führt das Schweizer Team vom Netzwerk „Solo&Co“ einen Impulstag in Aarau durch.

Seit über 10 Jahren ist die Pastorin und Referentin Astrid Eichler mit einem speziellen Dienst unterwegs, den ihr Gott gemeinsam mit einem Team anvertraut hat, wie sie sagt. Das Netzwerk „Solo&Co“ ( EmwAg e.V. ) gewinnt für viele alleinstehende Menschen an Bedeutung. In Gesellschaft und Kirche wächst die Personengruppe der Alleinstehenden merklich. „Solo&Co“ bietet einen Platz, an dem die besonderen Chancen und Herausforderungen dieser Lebenssituation im Blick sind. Singles können sich mit anderen verbinden, einander Zugehörigkeit schenken und gemeinsam alltagstaugliche Formen gemeinschaftlichen Lebens entwickeln.

Das Wort Jesu „Ich bin gekommen, dass ihr das Leben habt und das in Fülle“ (Johannes 10, 10 in der Bibel) soll sich gemäss „Solo&Co“ im Leben von Singles erfüllen. Die Realität des Reiches Gottes soll ihr Leben ergreifen. Im 2018 geht „Solo&Co“ ON TOUR. Gemeinsam mit dem Schweizer Team wird ein Tag vorbereitet:

Samstag, 24. März 2018 in Aarau: Mit Impulsen und Talk, best practice, Präsentationen, Lobpreis und Gebet soll dieser Tag ein wunderbares, ermutigendes und inspirierendes Erlebnis werden.

Weitere Informationen unter www.soloundco.net/on-tour.

Das Dilemma der christlichen Erziehung

Christliche Erziehung steht im Dilemma zwischen Furcht und Freiheit. Dazu sprach Prof. Dr. Tobias Künkler am Wintertreffen der SEA-Arbeitsgemeinschaft „Forum Ehe+Familie“ (FEF) in Zürich. Rund 50 Mitglieder und Interessierte setzten sich in Vorträgen und Diskussionen engagiert mit den Ergebnissen dieser breit angelegten Studie auseinander.

Wissenschaftler aus der CVJM Hochschule in Kassel und dem Studienzentrum Empirica untersuchten zwischen den Jahren 2014 bis 2016, wie Kinder in christlichen Familien aufwachsen. Professor Künkler präsentierte dem fachkundigen Publikum sehr ermutigende Ergebnisse. Christliche Familien sind quicklebendig und vital. Sie schaffen viel emotionale Wärme, vermitteln das Bild eines liebenden Gottes und pflegen lebendige Rituale. Christliche Väter und Mütter respektieren die Freiheit ihrer Kinder und sind sich bewusst, dass der Glaube nicht „gemacht“ werden kann. Dank diesen vertrauensvollen Eltern-Kind Beziehungen sind optimale Voraussetzungen für die gesunde Entwicklung von Kindern vorhanden. Viele Kinder sind mit der Erziehung ihrer Eltern derart zufrieden, so Künkler, dass sie es einst genauso machen wollen. Dies ist eine deutliche positive Entwicklung. Der gesellschaftliche Wandel weg vom autoritativen Erziehungsstil hat sich also keineswegs als negativ für christliche Familien erwiesen.
Doch steht christliche Erziehung im Dilemma, sagt Professor Künkler. Neben wachsender Freiheit ist Furcht ein Bestandteil christlicher Familien. Etwa ein Viertel der Befragten sind uneindeutig bezüglich Gewalt gegenüber ihren Kindern. Aber nicht nur körperliche Strafen lösen Furcht aus. Für viele der befragten Eltern ist es sehr wichtig, dass die Kinder ihre Art des Glaubens übernehmen oder sich in sexualethischen Fragen (Sex vor der Ehe, Homosexualität) nach ihren Vorstellungen entwickeln. Damit werde das Kind jedoch vor eine „alternativlose Entscheidung“ gestellt. Eine solche weit verbreitete, „einweisende Erziehung“ setzt Kinder unter grossen Druck. Denn Kinder wissen oft sehr genau, was sie ihren Eltern Schlimmes antun würden, wenn sie z. B. in Glaubensfragen nicht ihren Eltern folgen. Eine Identität ohne Glauben könne sich so nur mit Schuldgefühlen entwickeln, meint Künkler.

Künkler plädierte abschliessend dafür, dass Kinder auch in der Familie andere Weltanschauungen kennen lernen sollten. Nur so können sich Kinder, ohne Angst in einer pluralistischen Welt bewegen. Zudem solle man früh mit Kindern über Sexualität sprechen. Zu einer stimmigen Glaubenserziehung gehöre vor allem, dem Kind zu vermitteln, dass man es liebt, auch wenn es anders ist. Wer als Vater oder Mutter für seine Glaubensüberzeugungen wirbt und ihm Liebe vermittelt, egal welchen Weg es wählt („Hinweisende Erziehung“), leistet einen grossen Beitrag um dem Dilemma der christlichen Erziehung konstruktiv zu begegnen.

Nach ausführlichen Diskussionen mit dem Referenten wurden die Ergebnisse der Studie von den Teilnehmenden in vier Fachkreisen vertieft. Das FEF will Eltern konkret in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen. Damit Eltern in der grossen Vielfalt von Erziehungsratgebern besser zwischen weniger Hilfreichen und guten Angeboten unterscheiden können, soll eine Hilfestellung erarbeitet werden, informierte Martin Schnyder vom Leitungsteam FEF.

Martin Schnyder vom FEF-Leitungsteam mit Tobias Künkler

 

Die Bücher zur Studie:

 

© Dieser Artikel wurde von Andi Bachmann für ideaSpektrum Schweiz verfasst, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Winterforum Januar 2018: Zwischen Furcht und Freiheit – Das Dilemma der christlichen Erziehung

Am Freitag, dem 26. Januar 2018 lädt das Forum Ehe+Familie (FEF) der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA zu einem speziellen Mitgliedertreffen ein: Prof. Tobias Künkler geht den Fragen nach, wie Kinder in christlichen Familien heute aufwachsen und was Christen in der Erziehung ihrer Kinder wichtig ist. Er hat dies zusammen mit Tobias Faix in einer Studie untersucht. Zu diesem Treffen des Forums Ehe+Familie in Zürich sind nicht nur die Mitglieder eingeladen, sondern alle an Ehe- und Familienthemen Interessierte.

2017 wurde in Deutschland die „Familienstudie“ veröffentlicht, eine Umfrage in kirchlichen Kreisen zur (christlichen) Erziehung und Prägung. Das Resultat dieser Studie kam als Buch heraus: „Zwischen Furcht und Freiheit – Das Dilemma christlicher Erziehung„. Es beleuchtet den Wandel und die Hoffnungen und Erwartungen der Christen von heute an die Erziehung. Prof. Dr. Tobias Künkler ist Leiter des Forschungsinstituts empirica für Jugendkultur & Religion an der CVJM Hochschule in Kassel und Mitinitiant der Studie und Mitautor des Buches. Er kommt am 26. Januar nach Zürich und wird die Anwesenden an seinem Arbeiten, seinen Schlüssen und seinen gemachten Erfahrungen teilhaben lassen.

Die Teilnahme ist für FEF-Mitglieder gratis, Kollektivmitglieder können bis zu 3 ihrer Mitarbeitenden gratis anmelden. Weitere Interessierte sind herzlich willkommen und bezahlen Fr. 30.-. Melden Sie sich hier direkt an. Den Flyer kann man hier runterladen und ansehen.

Im Anschluss ans Winterforum 2018 besteht ab 12:15 Uhr für FEF-Mitglieder die Gelegenheit, sich in den Fachkreisen zu treffen.

FAMILYLIFE Award 2017 geht an den Blog „liebesbegehren.ch“ von Veronika Schmidt

Am 4. November wurde vom FEF-Partner FAMILYLIFE zum zweiten Mal ein Projekt ausgezeichnet, das durch seine Innovation begeistert und einen wertvollen Beitrag zu gesunden Ehen und Familien in der Schweiz leistet.

Keine leichte Auswahl
Insgesamt wurden für den diesjährigen FAMILYLIFE Award fünf Projekte nominiert, die allesamt eine Auszeichnung verdient hätten: KiZ – Kinder im Zentrum (Verein, Hilfe für Kinder von geschiedenen Eltern); Radiosendung „Mini Familie – Mis Dihei“ (Laura und André Jacober von Radio Maria); Powergirls und starke Kerle – entwicklungssensible Sexualaufklärung für Kinder in der Vorpubertät (Regula Lehmann); Vater-Tocher oder Vater-Sohn Wochenende von JMEM (Jugend mit einer Mission) und der Blog liebesbegehren.ch (Veronika Schmidt). Als Jury amteten Marc Jost (SEA, Leiter Forum Ehe+Familie), Hansjörg Forster und Debora Wey (beide FAMILYLIFE). Alle Projekte wurden bezüglich Innovation und Wirkung bewertet. Es ergab sich ein Kopf an Kopf Rennen. Die rund fünfzig Besucher des familylife LEAD Anlasses vom 4. November konnten sich anhand von Kurzpräsentationen aller Teilnehmenden von der Qualität der eingereichten Projekte überzeugen.

Der Blog „liebesbegehren.ch“ von Veronika Schmidt überzeugte
Der tabulose Blog wird jeden Tag von mehr als 100 Personen gelesen. Die Themen sind sehr unterschiedlich: Von der Rolle der Frau in der Gesellschaft über konkrete sexuelle Praktiken, persönliche Ängste, theologische Fragen bis hin zu biologischen oder physischen Problemen wird alles gefragt und mutig beantwortet. Veronika Schmidt bemüht sich darum, das Spannungsfeld zwischen psychologischen, seelischen, physischen und theologischen Aspekten abzudecken. Die Antworten sind deshalb niemals einsilbig oder einfach, sondern ziehen verschiedene Betrachtungsebenen mit ein, so die biblische und die geschöpfliche. Der Blog leistet einen grossartigen Beitrag dazu, dass Christen in ihrer Sexualtität den Weg zum Leben finden.

Ein Wanderpokal für innovative christliche Projekte im Bereich Ehe und Familie
Die diesjährige Gewinnerin des FAMILYLIFE Awards, Veronika Schmidt, durfte den Wanderpokal an sich nehmen, der im Jahr zuvor an die Marriage Week Wil SG vergeben worden war. Auch im nächsten Jahr wird anlässlich des familylife LEAD Anlasses vom 3. November wieder ein FAMILYLIFE Award vergeben. Viele Organisationen und Einzelpersonen setzen sich in der Schweiz für die Stärkung von Ehen und Familien ein. Die wenigsten gelangen damit an die grosse Öffentlichkeit. Doch wenn im Kleinen Beziehungen positiv verändert werden, wird dies eine starke Wirkung in der Gesellschaft entfalten. Es ist die Vielzahl der einzelnen „Tropfen“, welche gesellschaftliche Strömungen auslösen. Mit dem Award will FAMILYLIFE einzelne Tropfen für eine breitere Öffentlichkeit sichtbar machen. Durch die Ehrung initiativer Projekte sollen Menschen inspiriert werden, in ihrem eigenen Umfeld die Beziehungslandschaft aktiv zu prägen. Bereits jetzt können Projekte für den FAMILYLIFE Award 2018 eingereicht werden: www.familylife.ch/award.

familylife LEAD
Der jährlich stattfindende Inspirationsanlass von FAMILYLIFE richtet sich an Interessierte und alle Kursleiter der diversen FAMILYLIFE Beziehungskurse. Auch im Jahr 2018 wird wieder zu einem entsprechenden Treffen eingeladen. Infos: www.familylife.ch/lead.