Wie man die Liebe pflegt – Standesämter setzen auf Scheidungs-Prävention

Vom siebenten Himmel zur harten Bruchlandung: Viele Beziehungen scheitern. Über 40 Prozent der Paare in der Schweiz lassen sich pro Jahr scheiden. Zivilstandsämter wollen dem nun entgegenwirken – mit einer präventiven Broschüre, was Paare stark macht. Das Forum Ehe+Familie hat sich an der Entwicklung der Broschüre beteiligt.

„Die Liebe ist wie eine wunderschöne Pflanze. Ein kostbares Geschenk der Natur. Es gibt vermutlich nichts Schöneres und Wertvolleres, was einem Menschen geschenkt werden kann als die Liebe. Wer lieben darf und geliebt wird, sollte sich sehr glücklich schätzen. Doch nichts ist ohne Preis.“ So beginnt die neue Broschüre „Wie man die Liebe pflegt“, die seit kurzem von Standesämtern in der Schweiz aufgelegt werden. Es sind Tipps für eine gute Ehe, die von Guy Bodenmann, Paarforscher und Professor am Psychologischen Institut der Universität Zürich, entwickelt wurde. Die 16-seitige Broschüre richtet sich an Neuvermählte und fasst in einer allgemein verständlichen Sprache wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen, wie die Paarbeziehung gelingt.

Das Ja-Wort, die Hochzeit, die grosse Liebe – der Inbegriff von Romantik. Ja zu einem gemeinsamen Leben für immer und ewig. Das Schweizer Fernsehen berichtet in der Nachrichtensendung „10vor10“, darüber: Wo die Gesellschaft an Lösungen arbeitet – über den Versuch, Scheidungen zu verhindern. 2016 betrug die Scheidungsrate in der Schweiz 41,5 %. Am häufigsten wird nach sieben Jahren geschieden. Diese verursachen gemäss einer Schätzung von B, S, S Volkswirtschaftliche Beratung jährliche Kosten von über 90 Millionen Franken.

Wieso legen Standesämter nun bei der Hochzeit eine Broschüre zum Thema Scheidung auf? „Viele wissen nicht, dass das Zivilstandsamt auch die Scheidungen einträgt. Das ist natürlich eine weniger erfreuliche Arbeit. Daher ist die Broschüre super, weil sie im Voraus sensibilisiert, was man machen kann, dass es nicht soweit kommt“, sagt Irene Imhof, Teamleiterin Zivilstandsamt Zürich im TV-Beitrag. Ihr Team begleitet jedes Jahr 2’500 Lovestorys, welche ihre Geschichte vor dem Standesamt mit einem Ja krönen.

Das Prickelnde kann fade werden. Guy Bodenmann sagt daher: „Es lohnt sich, in die Beziehung zu investieren.“ Es sei daher wichtig, Zeitfenster einzuplanen oder bei einem Streit nach fairen Lösungen zu suchen. „Paare sollte am ersten Tag damit anfangen, sonst werden sie irgendwann unglücklich, was mit hohen emotionalen Kosten verbunden ist.“

 

Quelle: Markus Baumgartner, DienstagsMAIL

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