Aktuelle Meldungen aus dem Forum Ehe+Familie (FEF) – eine Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA).

Die Konferenz 2016 des Forum Ehe+Familie musste abgesagt werden

Am 23. August musste leider das Leitungsteam der Arbeitsgemeinschaft „Forum Ehe+Familie“ der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA die geplante Konferenz am 10. September absagen.

Was die Organisatoren nicht für möglich gehalten haben, ist leider eingetroffen: Das Leitungsteam des „Forum Ehe+Familie (FEF)“ musste am 23. August schweren Herzens die diesjährige Konferenz absagen. Mit 60 Anmeldungen bis zu diesem Zeitpunkt waren dies deutlich weniger Personen als die 150 zusammen, die es bis zum Konferenzbeginn zwei Wochen später gebraucht hätte. Um den finanziellen Schaden in Grenzen zu halten, musste sich das Leitungsteam für das frühe Aus entschliessen.

Das Leitungsteam und viele Programmverantwortliche und Workshopleitende stehen mit grossen Vorbereitungen und gefüllten Körben an ermutigenden Impulsen für die Familie bereit. „Das alles müssen wir für den Moment aus der Hand legen“, sagt Hansjörg Forster, der Leiter der Arbeitsgemeinschaft. Das Leitungsteam wird die Gründe für den Misserfolg analysieren und am geplanten FEF-Jahrestreffen vom 27. Januar 2017 mit den Mitgliedern und Freunden das Gespräch suchen.

Familie: Damit wir mutig leben, worauf wir am Ende stolz sind

Am 10. September findet die Konferenz der Arbeitsgemeinschaft „Forum Ehe+Familie FEF“ der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) in Bern statt. Im Fokus steht die Familie als kraftvoller Ort, der wie kein anderer, Gemeinschaft fördert, Menschen prägt und durch Verwurzelung Flügel wachsen lässt. Hansjörg Forster, Leiter von FEF und FAMILYLIFE, sowie Adrian Jaggi, Jungscharsektretär und Trickkünstler, werden als Referenten ihre Träume und ihr Herz für diejenigen Familien teilen, die es wagen, froh, echt und frech zu leben.

Unter dem Thema „Familie – Froh, Echt, Frech! – Damit wir mutig leben, worauf wir am Ende stolz sind“ wird dieses Jahr seit 2011 bereits die fünfte Konferenz von der Arbeitsgemeinschaft FEF durchgeführt. Die Veranstalter sind überzeugt, dass an keinem anderen Ort Beziehungen so stark gelebt und erlebt werden, wie in der Familie. Darum sollte am Lebensende beim Gedanken an Familie keine Reue aufkommen im Sinne von „Hätte ich doch mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht!“ oder „Wäre ich doch geduldiger gewesen!“. Gerade heute, wo der Stellenwert von Familie in Gesellschaft und Politik am Bröckeln und die Familie als kleinstmögliche gesellschaftliche Einheit hohem wirtschaftlichem Druck ausgesetzt sei, steigt die Bedeutung von Familienzeit. „Mit der Familie ist es wie mit dem Feuer im Kamin: Manchmal mottet es nur, dann irgendwann entzündet es sich richtig. Genau das geschieht beim Verbringen gemeinsamer Zeit. Ausflüge, Abenteuer bringen das Feuer wieder zum Brennen“, so Hansjörg Forster in einem Interview mit der Zeitschrift Family. „Die Zeit, die wir mit unseren Kindern verbringen, ist unersetzbar.“ Was simpel klingt, ist allerdings nicht ganz so einfach umzusetzen.

Die diesjährige Konferenz hat darum zum Ziel, Eltern zu ermutigen, eine eigene Familienidentität zu entwickeln, Echtheit zuhause wie auch in der Öffentlichkeit auszuleben und ein starkes Band des Vertrauens unter den Familienmitgliedern aufzubauen. „Es muss nicht sein, dass Familien unter den Erwartungen der Gesellschaft zusammenbrechen. Eltern sollen lernen, mit Widerstand umzugehen und dem Druck entgegenzuhalten“, sagt Hansjörg Forster.
So träumen die Veranstalter von Familien, die in aller Unvollkommenheit frech dem Leistungsdenken die Stirn bieten und dem Weltpessimismus fröhlich ein Schnippchen schlagen. Und in allem mittendrin sehen sie einen kreativen Schöpfergott, der sich Familie als Keimzelle für das Verlangen nach Beziehungen, Einheit und Annahme ausgedacht hat.

Die Konferenz bietet spannende Referate, 7 frei wählbare Workshops und bewegende Familienclips. Durchs Programm führen wird die Bauchrednerin Brigä mit Adonette. Die unterschiedlichen Programmpunkte sollen die Teilnehmer mit einer gesunden Portion Originalität, Humor, Mut und Tatendrang in den Familienalltag zurückkehren lassen.

Hauptreferenten der Konferenz sind der Theologe, Paartherapeut und Leiter FEF und FAMILYLIFE Hansjörg Forster und der Jungscharsekretär Adrian Jaggi. Während sich ersterer dem Abenteuer Familie vorwiegend mit Worten annehmen wird, wird dies letzterer auch mit überraschenden, kreativen Tricks und Veranschaulichung tun.

Wertschätzende Beziehungen – ein Gewinn für alle

Der Fokus der Referate wird darin liegen, Familien zu ermutigen sich in die nächste Generation zu investieren und liebevolle, einander wertschätzende Beziehungen zu leben. „Es gibt kein Rezept für eine ideale Familie“, sagt Hansjörg Forster. Keine andere Gemeinschaft präge Menschen so stark wie die Familie. Sie sei das beste Trainingslager, das auch die Eltern weiterbringt. Diese Dynamik solle an der Konferenz neu entdeckt werden: „Damit wir am Ende mit einem bescheidenen Stück Stolz auf unser mutiges Leben zurückblicken können.“
Durch die Wahl von zwei von sieben Workshops können sich die Konferenzteilnehmer mit weiteren Themen auseinandersetzen: „Wie in der Familie Glauben heranwächst – Unterwegs auf der Landkarte des Glaubens (Glaubensmap)“, „Wir sind wir! – Auf dem Weg zur eigenen Familien-DNA und mehr Familienglück“, „Zwischen Schule, Hausaufgaben und Freizeitstress – Gelassenheit und Abgrenzung im ganz normalen Familienwahnsinn“, „Und mittendrin leben wir – Wie man als Familie fair-rückt mit Ressourcen und Medien umgeht“, „Familie ist ja zum Lachen! – Rituale, spielen, feiern und noch mehr Spass“, „Teenager überraschen uns in jeder Hinsicht – Wenn Beziehung und Echtheit durchträgt“ und „Über den Tellerrand hinaus – Familie, die über sich hinauswächst und ihre Umgebung prägt“. Live-Familienclips oder per Video eingespielt, ergänzen und lockern die Konferenz auf.

Über 30 Mitglieder, die sich in Ehe und Familie investieren

Unter dem Namen „Forum Ehe+Familie“ haben sich über 30 verschiedene christliche Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen zu einer Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Evangelischen Allianz zusammengeschlossen.

FEF will die Kräfte zur Förderung von Ehe und Familie in der Schweiz vernetzen. Es will mithelfen, deren Wirkung gesellschaftlich relevant zu gestalten, damit Ehe- und Familienbeziehungen gestärkt werden. Im Vordergrund steht die praktische Anwendung der lebensbejahenden biblischen Prinzipien auf die Beziehungslandschaft der Schweiz in allen Facetten: Beziehungstraining und Förderung von Sozialkompetenz, Sexualität, Kinder, Teenager, Junge Erwachsene, Ehepaare, Grosseltern, Ehevorbereitung, Paar-Mentoring, Geburtsvorbereitung, Ehestärkung, Elternkurse, Förderung von Erziehungskompetenz, Familien im Dienst, Camps, Familien, Mütter, Väter, Alleinerziehende, Patchwork-Familien, Trennung und Scheidung, Paar- und Familienberatung, Singles.

Zur Konferenz anmelden kann man sich unter www.forumehefamilie.ch/konferenzanmeldung. Fragen zur Konferenz beantwortet FAMILYLIFE per E-Mail an kontakt@forumehefamilie.ch oder unter Telefon 044 274 84 65.

Folgende Organisationen sind durch Kollektiv- oder Einzelmitgliedschaften in der Arbeitsgemeinschaft vertreten: ACC für Seelsorge, Beratung und Supervision; AGAPA Deutsche Schweizchristliche-schulen.chDer Ehe-KursTeam Ehe und Familie des Bundes Freier Evangelischer Gemeinden (FEG) in der SchweizEvangelische Volkspartei (EVP) der SchweizFamiliensupport St. GallenFAMILYLIFE/Campus für ChristusFamilienwerkstatt der Stiftung Schleife; Family Ministries/Jugend mit einer Mission (JMEM)familynetwork.chFamily-ZeitschriftForum Familie der Stiftung Jugendsozialwerk Blaues Kreuz BL; geburtsfreude.chEheteam der Gellertkirche BaselGerber Motivation & TrainingHeilsame BeziehungenHeilsarmee FamilyWorkIG Familie 3plus und Jugend und Familie; KommcareMarriageWeekLifePurFamilienbereich von Mut zur GemeindePEP4Kids und PEP4TeensPRO LIFEOrange lebenAlleinerziehendenarbeit der Ref. Kirche IttigenRhynerhus Lebensberatung und ElterncoachingSchweizerische Stiftung für die Familie (SSF)Schweizerisches Weisses KreuzShelter SchweizStiftung DIHEIStiftung Gott hilftTeam fürs Läbe der Kommunität WildbergTeenSTARTheologisch-Diakonisches Seminar (TDS) AarauUnser JaVertrauenspädagogikWachsende Intimität in der EheZwäg Atelier für xungs Läbe.

 

Konferenz „Forum Ehe+Familie 2016“ zum Thema „Familie – Froh, Echt, Frech! – Damit wir mutig leben, worauf wir am Ende stolz sind“ am Samstag, 10. September 2016: Mit den Referenten Hansjörg Forster und Adrian Jaggi, 7 Workshops, Familienclips, Familienband und Büchertisch, Moderation; Brigä und Adonette, 9 bis 17 Uhr in der Fabrikhalle 12 in Bern. Infos: www.forumehefamilie.ch

 

Konferenzflyer 2016
· Konferenzflyer runterladen (PDF, 2 MB)

 

Logo Forum Ehe+Familie (FEF)
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Bildlegende: Das Logo der Arbeitsgemeinschaft „Forum Ehe+Familie (FEF)“ der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) symbolisiert den Beziehungsreichtum von Ehe und Familie

 

Porträt Hansjörg Forster

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Bildlegende: Hansjörg Forster, Ingenieur ETH, Theologe, Paartherapeut, Leiter FEF und FAMILYLIFE

 

Porträt Adrian Jaggi

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Bildlegende: Adrian Jaggi, Trick- und Lebenskünstler, Jungscharsekretär

 

Themenbild Konferenz Forum Ehe+Familie 2016

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Bildlegende: Die Veranstalter träumen von Familien, die in aller Unvollkommenheit frech dem Leistungsdenken die Stirn bieten und dem Weltpessimismus fröhlich ein Schnippchen schlagen. (Bild: www.istockphoto.com)

 

© copyright Forum Ehe+Familie (FEF) – die Bilder dürfen nur im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Forum Ehe+Familie (FEF) verwendet werden. Um die Bilder abzuspeichern, zeigen Sie mit der Maus auf den entsprechenden Download (nicht anklicken) und wählen im Kontextmenü (rechte Maustaste) „Link in neuem Fenster öffnen“ aus. Das so angezeigte Bild speichern Sie dann mit dem Kontextmenü „Bild speichern unter …“ auf die Festplatte Ihres Computers.

Universität Freiburg: Forum „Glaube und Erziehung“ am 10. Oktober 2015

Am 10. Oktober 2015 lädt die Theologische Fakultät der Universität Freiburg zum Forum „Glaube und Erziehung“ ein zum Thema „Kinder zur Freiheit rufen“.

Das Verhältnis von Glaube und Erziehung ist derzeit ein Dauerbrenner in Familie, Kirche und Bildungspolitik. Von Zwang oder Gewalt ist die Rede, von Ethik statt Religionsunterricht, öffentliche Förderung kirchlicher Jugendarbeit wird in Frage gestellt. Sollte Bildung nur noch „über“ Religion erfolgen? Wieweit darf man gehen bei der Vermittlung von Bekenntnis und Tradition? Im Hintergrund der öffentlichen Diskussion steht die Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Erziehung in unserer pluralen Gesellschaft angesichts der Privatisierung von Religion.

Dem missionarischen Selbstverständnis aller christlichen Kirchen gemäss ist der Glaube verantwortungsvoll an jüngere Generationen weiterzugeben. Die Gretchenfrage stellt sich hier nicht so sehr im „Ob“ als vielmehr im „Wie“. Wie also können Glaube und Erziehung so miteinander verbunden werden, dass weder der christliche Glaube in seiner befreienden Botschaft noch Kinder und Jugendliche als Subjekte dieser Botschaft verletzt werden? Wo liegen für Erziehungsverantwortliche Chancen, wo Grenzen bei der Art und Weise der Glaubensweitergabe?

Ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis werden diese grundlegende Frage zur religiösen Erziehung aus unterschiedlichen Perspektiven angehen. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer besteht die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen, ihre Fragen kompetenten Gesprächspartnern zu stellen und mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Mit: Andreas Bachmann-Roth, Jugendsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz (Zürich), Valentin Beck, Bundespräses Jungwacht Blauring (Luzern), Renate Bichsel Bernet, Psychotherapeutin, Erziehungsberaterin (Bern), Prof. Dr. Arnd Bünker, Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut (St. Gallen), Dr. Walter Dürr, Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft, Pfarrer der landeskirchlichen Gemeinschaft JAHU (Freiburg/Biel), Dr. Urban Federer OSB, Abt, Dikasterium Bildung der Schweizer Bischofskonferenz (Einsiedeln), Eric Flury-Dasen, Schulleiter der Schulkooperative (Biel), Judith Furrer Villa, Medien- und Beratungsstelle Religion, Ethik, Lebenskunde der PH Bern (Bern), Marc Jost, Schweizerische Evangelische Allianz (Thun), Matthias Kägi, Primarlehrer, Heilpädagoge, Vereinigte Bibelgruppen (Winterthur), Karin Klöckener, Fachstelle Katechese des Bischofsvikariates Deutschfreiburg (St. Antoni), Bertrand Knobel, Rektor Gymnasium Muristalden (Bern), Prof. Dr. Salvatore Loiero, Praktischer Theologe (Freiburg), Prof. Dr. Fritz Oser, Erziehungswissenschaftler (Freiburg), Daniel Ritter, Fachstelle Katechese der Kath. Landeskirche Thurgau (Weinfelden), Ruedi Scheiwiller, Religionspädagoge, Dozent für Katechetik (Bern), Sara Schmidt, Erzieherin, Gemeindehelferin, Bibellesebund (Winterthur), Martin Schnyder, Pastor, Forum Ehe und Familie der Schweizerischen Evangelischen Allianz (Männedorf), Iwan Schulthess, Pfarrer, Synodalrat Bern-Jura-Solothurn, Departement Katechetik (Bern), Rahel Striegel, Sozialpädagogische Fachstelle der Stiftung Gott hilft (Zizers), Andri Tuor OSB, Internatsleiter, Klosterschulrektor ad interim (Engelberg), Urs Winkler, Jurist, Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Oberland Ost (Interlaken), Prof. Dr. Matthias Zeindler, Systematischer Theologe (Bern).

Programm

ab 9.30 Uhr Kaffee zur Begrüssung, Tagungskasse in der Eingangshalle
10.00 Uhr EXPERTENTALK mit Renate Bichsel Bernet, Abt Urban Federer OSB, Marc Jost, Fritz Oser
und Iwan Schulthess, Moderation: Sonja Hasler (bekannt aus der „Arena“)
11.30 Uhr ZWISCHENRUFE Systematische Theologie: Matthias Zeindler
12.00 Uhr Mittagessen in der Uni-Mensa
13.30 Uhr Religionssoziologie: Arnd Bünker
14.00 Uhr OPEN SPACE: REDEN SIE ÜBER …
– Pädagogik und Psychologie: Religion frisst Seele auf?
mit Renate Bichsel Bernet, Fritz Oser und Matthias Kägi
– „Nein, zur Kirche geh ich nicht“ – Krisensituationen meistern
mit Rahel Striegel und Urs Winkler
– Religion an der Schule: bekenntnisfreie Zone?
mit Eric Flury-Dasen, Bertrand Knobel und Andri Tuor OSB
– Kirchliche Jugendarbeit: Mission mit staatlicher Förderung?
mit Andreas Bachmann-Roth, Valentin Beck und Daniel Ritter
– Katechese heute: wenn Kinder fragen … und antworten
mit Judith Furrer Villa, Ruedi Scheiwiller und Sara Schmidt
ab 14.30 Uhr Kaffee und Gebäck in der Eingangshalle
15.30 Uhr FORUM Moderation: Walter Dürr und Salvatore Loiero

· Flyer runterladen

 

Eine Kooperation von: Lehrstuhl für Pastoraltheologie, Religionspädagogik und Homiletik | Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft | Forum Ehe+Familie FEF – eine Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA

Repräsentative Meinungsumfrage zu Partnerschaft und Sexualität: Der Wunsch nach Treue überwiegt

Was hält die Bevölkerung der Schweiz von Treue in Partnerschaft und Sexualität? Das wollte die Schweizerische Evangelische Allianz SEA wissen und hat dazu eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Jetzt sind die Resultate bekannt. Mit einem bemerkenswerten Bekenntnis zur Treue.

71 Prozent der Schweizer Bevölkerung bewerten sowohl die Partnerschaft auf Lebzeiten als auch die sexuelle Treue als wichtig. Eine ebenso deutliche Mehrheit (72 Prozent) hält es auch für möglich, mit der Partnerin/dem Partner ein Leben lang zusammen zu sein. Zudem sagen 64 Prozent der Befragten, dass auch die dauerhafte sexuelle Treue möglich sei. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, welche die Schweizerische Evangelische Allianz beim Forschungsinstitut gfs-zürich in Auftrag gegeben hat. Die Resultate sind heute von gfs-zh veröffentlicht worden.

„Unwichtig“ – nur für wenige

Unwichtig finden die lebenslange Partnerschaft oder die lebenslange sexuelle Treue nur eine kleine Minderheit von 4-7 Prozent. Dazu kommen noch etwa 18-22 Prozent Unentschlossene. Deutlich zeigte die Umfrage, wie gläubige Menschen aus den verschiedenen Glaubensrichtungen die Treue wichtiger finden und auch für möglicher halten als Menschen, die sich als ungläubig bezeichnen.

Weniger Zustimmung bei Jungen

Die Gruppe der jüngeren Menschen äusserte sich bezüglich Wichtigkeit und Möglichkeit von Treue deutlich unsicherer als die über 40-Jährigen. Aber auch sie stehen dem Gedanke von Treue in Partnerschaft und Treue grundsätzlich positiv gegenüber. Auch unter ihnen findet sich nur ein kleiner Prozentsatz, der diese Treue als unwichtig oder unmöglich empfindet.

Engagement für stabile Partnerschaften

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ist erfreut über die grosse Zustimmung, welche der Wert der Treue in Partnerschaft und Sexualität noch findet. Die SEA ist sich auch bewusst, dass der Wunsch nach Treue nur ein Teil der Realität ist. Auf der anderen Seite steht die grosse Zahl der Partnerschaften, die auseinanderbrechen und die für die Betroffenen und ihre Familien oft leidvolle Erfahrungen sind. Sie wird sich darum zusammen mit vielen christlichen Werken und Kirchgemeinden weiterhin dafür einsetzen, dass langjährige und erfüllende Partnerschaft gelingen kann. In der SEA-Arbeitsgemeinschaft „Forum Ehe+Familie“ (FEF) sind zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen miteinander verbunden, welche mit ihren vielseitigen Angeboten die Partnerschaft fördern und in Krisen unterstützend eingreifen können. Zudem organisiert das FEF fast jedes Jahr einen grösseren Kongress, an dem brisante Themen aufgegriffen werden. (www.forumehefamilie.ch)

 

· Medienmitteilung des Forschungsinstituts gfs-zürich (PDF, 862 KB)

 

(c) copyright Foto: Niklaus Mosimann

Leben lieben heisst Embryonen schützen

Bei Verfassungsänderung und geplanter Gesetzesrevision zur Präimplantationsdiagnostik (PID) geht es um den Umgang mit Embryonen, also um den Umgang mit beginnendem menschlichem Leben. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA.RES lehnt die Zulassung der PID ab.

Bei der PID geht es um das Hantieren mit heranwachsendem menschlichen Leben. Es geht ums Aussortieren von angeblich unerwünschten Embryonen. Es wird in Zukunft um das Lebensrecht von Kindern mit einer Behinderung gehen. Darf heranwachsendes menschliches Leben zu einer Handelsware werden?

Verletzbares Erbgut im Reagenzglas

Durch die Zulassung der Erzeugung von Kindern im Reagenzglas IVF wurde vor 15 Jahren in der Schweiz ein heikles Verfahren legitimiert. Dass dadurch die künstliche Selektionen und Nutzung von Embryonen zu Forschungszwecken möglich würde, zeichnete sich schon damals ab. Nun ist die PID eine weitere Öffnung. Diese ist mit grossen ethischen Problemen verbunden. Problematisch sind ganz besonders die Zulassung von einer grossen Anzahl von Embryonen (vorgesehen sind 12 pro Behandlungszyklus) sowie die möglich werdenden Auswahlverfahren von „wünschbarem“ Erbgut.

Überschreitung ethischer Grenzen

Der Kinderwunsch von kinderlos gebliebenen Eltern ist verständlich. Es ist auch legitim, dass Eltern medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, um wenn möglich gesunde Kinder zu haben. Aber dieser Wunsch darf nicht isoliert von den grundlegend menschlichen Aspekten des Lebens gesehen werden. Mit der möglich werdenden Auswahl von menschlichem Leben werden Grenzen überschritten, die nicht mehr kontrollierbar sind und die Entwicklung der Gesellschaft auf eine gefährliche Bahn bringen. Zudem bedeutet jede Vernichtung eines Embryos auch die Vernichtung von werdendem menschlichen Leben.

Keine beliebige Manipulation zulassen

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA.RES ist überzeugt, dass menschliches Leben, auch im frühen Stadium, ein Wunder und ein Geschenk Gottes ist. Jedes einzelne Menschenleben ist mit der gleichen Würde ausgestattet, lebens- und schützenswert. Daher ist es nicht richtig, Kinder mit angeborenen Krankheiten geringer zu achten als gesunde Kinder. Es gibt viele Beispiele von schwerkranken Kindern, die für ihre Eltern und Geschwister zu einem grossen Segen geworden sind. Das geplante Gesetz legt das Gewicht dagegen einseitig auf das Leiden der Eltern und auf die angeblich „unhaltbare“ Situation, welche die Geburt eines invaliden Kindes bedeute. Es ist zu befürchten, dass sich dadurch auch die Situation für invalide Menschen verschlechtert. Würden diese doch von ihrer Umwelt zunehmend als Menschen angesehen, die eigentlich gar nicht hätten geboren werden dürfen. Statt einer liebevollen Annahme als andere, aber gleich wertvolle Menschen könnte dies wieder vermehrt zu Diskriminierung führen.

Das Leiden von Eltern und Angehörigen von Kindern mit schwerer Behinderung muss ernst genommen werden. Aber anstatt die Geburt von Menschen mit einer möglichen Erbkrankheit zu verhindern, sollte vielmehr die Betreuung und Begleitung der betroffenen Eltern und Familien ausgebaut werden.

In diesem Sinne ruft die Schweizerische Evangelische Allianz SEA.RES die Stimmberechtigten auf, bei der Änderung von Art. 119 der Schweizerischen Bundesverfassung am 14. Juni NEIN zu stimmen. Sollte die Verfassungsänderung dennoch angenommen werden, werden sich die Stimmberechtigten später mit einem Nein zum Fortpflanzungsmedizingesetz nochmals klar für den Schutz des Lebens und gegen eine weitgehende Zulassung der Manipulation von Embryonen aussprechen können.

Kinderwunsch bleibt hoch im Kurs

Fast zwei Drittel (63%) der kinderlosen Frauen und Männer im Alter von 20-29 Jahren wünschen sich zwei Kinder. Ein Viertel (28%) gibt drei oder mehr Kinder als persönliches Ideal an. Am häufigsten bleiben Frauen mit einem Tertiärabschluss kinderlos (30%). Die Akzeptanz der Berufstätigkeit von Müttern mit kleinen Kindern hat seit den 90er-Jahren deutlich zugenommen. Das zeigen die ersten Ergebnisse der Erhebung zu Familien und Generationen 2013 des Bundesamts für Statistik (BFS).

 

Hier geht’s zur Veröffentlichung des BFS.

Valentinstag und „50 Shades of Grey“: Handschellen statt Blumen

Kommerziell perfekt inszeniert startet „50 Shades of Grey“ auf den Valentinstag in unseren Kinos. Die Bücher wurden millionenfach verkauft und nun berichten alle Zeitungen ausführlich über den Film und BDSM-Sex. Die Autorin scheint einen Nerv der Zeit getroffen zu haben. In diesem Jahr schenken sich am Valentinstag möglicherweise viele Paare Handschellen und Peitschen anstatt Blumen.

Der Valentinstag und „50 Shades of Grey“ haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Beim Valentinstag geht es der Überlieferung nach um den Bischof Valentin von Terni, der im 3. Jahrhundert von ihm getrauten Paaren Blumen aus seinem Garten schenkte. Hier werden Romantik und zärtliche Liebe zelebriert. Bei den Büchern geht es um einen reichen Adonis und eine unscheinbare Frau, welche in ein Abhängigkeitsverhältnis kommen. Hier werden Verlangen und harter Sex zelebriert. Dass diese Bücher so erfolgreich waren, hat wohl weniger mit expliziter Beschreibung von Sexpraktiken zu tun. Das gab es schon besser. Sondern die Autorin beschreibt Grundsehnsüchte der Annahme und Erfüllung. Und da trifft sie sich wieder mit dem heiligen Valentin.

Sehnsucht nach Annahme

Der Mann ist stark und reich. Die Frau gewöhnlich und unscheinbar. Sie finden sich. Sie lieben sich. So einfach funktionieren Aschenputtel, Pretty Woman oder in der Steigerung nun „50 Shades of Grey“. Märchenhafte Liebe.

Die Frage bleibt: Wer macht mich glücklich? Christinnen und Christen in der Schweiz glauben wie viele andere an eine tiefe Liebe, die gerade auch in Paarbeziehungen sichtbar werden kann. Dazu gehören gegenseitiges Vertrauen, Respekt, Ehrlichkeit (auch mit sich selber), Leidenschaft, Lernbereitschaft und nicht zuletzt auch ein Stück Humor. Die Grundlage der gegenseitigen Annahme wird ihnen von Gott geschenkt, der sagt: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (die Bibel in Jeremia 31, 3). Aus dieser Identität heraus gelingt es besser, sich nicht in erster Linie eine Partnerschaft zu suchen, weil man sich selber und seine Wünsche befriedigen, sondern weil man glücklich gemacht und glücklich machen will.

Sehnsucht nach erfüllender Sexualität

Sex ist ein Geschenk Gottes und wurde von ihm geschaffen. Daher darf er kreativ, fröhlich und leidenschaftlich sein. Die Bibel spricht davon, dass die Partner beim Sex „eins werden“. Mit Leib und Seele. Daher ist Sex viel mehr als ein Konsumartikel, welcher der eigenen Triebbefriedigung dient. „50 Shades of Grey“ oder Pornografie verharmlosen die Tatsache, dass Sex als Gewaltmittel und Erniedrigung missbraucht werden kann. Wirklich erfüllend wird Sexualität dann, wenn sie im Schutz des gegenseitigen Vertrauens und der Verbindlichkeit genossen wird. So kann man sich fallen lassen, weil man geliebt wird und nicht, damit man geliebt wird.

Den Valentinstag geniessen

Damit Annahme und erfüllende Sexualität der Paare nicht in unrealistischen Wünschen und Enttäuschungen steckenbleiben, braucht es immer wieder Mut und den Willen, die Beziehung zu überdenken und sich neu inspirieren zu lassen. Gerade der Valentinstag ist eine gute Gelegenheit für echte Liebeserfahrungen, welche Freude bringen und gegenseitig glücklich machen. Die „MarriageWeek“, die in der Schweiz seit einigen Jahren zunehmend Beachtung gewinnt, will eine solche Inspirations- und Ermutigungsquelle sein (www.marriageweek.ch).

Handschellen oder Blumen? Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA empfiehlt Blumen und wünscht Paaren, dass sie sich fest miteinander verbunden wissen, ohne sich in Handschellen legen zu müssen.

 

(c) copyright Foto: Niklaus Mosimann

Neu: Das Family-MarriageWeek-Special „Start in die Ehe“

Für die MarriageWeek, die Woche der Ehepaare vor dem Valentinstag vom 7. bis 14. Februar (www.marriageweek.ch), ist wiederum eine Sonderausgabe des Magazins Family (www.family.ch) erschienen.

Das MarriageWeek-Special richtet sich an junge Paare, die in ihr gemeinsames Leben starten. Zum Ehestart stellen sich viele Fragen: Wie treffen wir Entscheidungen? Wie schaffen wir es, die Liebe zueinander frisch zu halten? Brauchen wir einen festen Eheabend? Wie teilen wir unsern Glauben? Wie gehen wir mit Konflikten und Streit um? Wie leben wir unsere Sexualität? Antworten auf diese und andere Fragen bietet das neue Family-MarriageWeek-Special „Start in die Ehe“, ein ideales Geschenk zum Valentinstag. Es begleitet Paare in der ersten Zeit der Ehe und stärkt ihre Beziehung.

Heftthemen sind zum Beispiel „Das hat unsere Ehe stark gemacht!“, „Warum sich glückliche Paare nicht blind verstehen!“, „Lust – die fünf grössten Missverständnisse“, „Bereit für ein Kind?“

Bestellen kann man das Magazin – so lange der Vorrat reicht – kostenlos zum Verteilen im Rahmen der MarriageWeek beim SCM Bundes-Verlag (Schweiz) unter Telefon 043 288 80 10, per E-Mail an info@scm-bundes-verlag.ch oder über www.bundes-verlag.net/bestellen/family-sonderheft-zur-marriage-week

swissfuture-Hoffnungsbarometer 2015: Die Schweiz hofft primär auf Harmonie im eigenen Privatleben

Für ihr privates Leben blicken Schweizerinnen und Schweizer optimistisch ins kommende Jahr 2015 – obwohl die Erwartungshaltung für die nationale Wirtschaft deutlich zurückhaltender ist und die Erwartung in die nationale Politik seit einigen Jahren abnimmt.

Dabei ist bei den grossen persönlichen Hoffnungen insbesondere die Hoffnung auf Harmonie im eigenen Privatleben ein Kernanliegen, das seit drei Jahren kontinuierlich am Wachsen ist und mittlerweile nach der Hoffnung auf eine glückliche Ehe und die eigene Gesundheit die drittwichtigste Hoffnung ist – deutlich vor Anliegen aus der Arbeitswelt, der Sozialpolitik oder der Religion.

Dieser Trend zur Fokussierung auf die eigene Privatheit bestätigt sich auch bei der Frage nach den wichtigsten Partnern der Hoffnung: Die wichtigsten Personen entstammen alle dem unmittelbaren familiären und privaten Umfeld. Die Repräsentanten der grossen gesellschaftlichen Institutionen wie Universität, Politik, Wirtschaft oder Kirche belegen deutlich abgeschlagen die letzten Ränge.

Einerseits ist es erfreulich, dass die Werte des familiären Umfeldes wieder an Bedeutung gewinnen – trotzdem muss nachgefragt werden, ob es sich hier nicht auch um eine Flucht auf die „Insel Privatheit“ angesichts der zunehmenden Komplexität in Politik und Wirtschaft handelt. Erleben wir ein „Déjà-vu“ nach 200 Jahren? Im 19.Jahrhundert folgte auf die weltoffene, leidenschaftliche und grenzüberwindende Epoche der Romantik der Rückzug in eine konservative, ja geradezu spiessbürgerliche Sehnsucht nach einer beschaulichen Idylle von Haus, Hof und Heim im Zeitalter des Biedermeiers. Wird nun nach der multikulturellen Globalisierung der Postmoderne zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein ähnlicher Rückzug stattfinden?

Junge Erwachsene als die „Generation Y“ sind dabei wesentlich interessierter an beruflicher Karriere und Erfolg als allgemein angenommen wird, fragwürdig ist aber die Breite an Erwartungen – an den beruflichen Erfolg, zugleich aber auch ans Eheleben, an die Freizeit und an den Lebenssinn. Wird die „Generation Y“ die Maximierung dieser Work-Life-Balance auf einem derart hohen Niveau tatsächlich schaffen?

swissfuture, die Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung, hat in November 2014 zum sechsten Mal seit 2009 eine breite Internetumfrage zu Zukunftshoffnungen durchgeführt. 5‘217 vollständige Fragebogen wurden in der Schweiz zurückgeschickt. Zugleich wurde die Hoffnungsumfrage international in deutscher, französischer, englischer, tschechischer und norwegischer Sprache durchgeführt. Die Umfrage unter der Leitung von Andreas Krafft und Andreas Walker von swissfuture wird von Forschenden der Universität St. Gallen, der Masaryk University aus Brno, dem Institut Universitaire de Formation des Maîtres in Rennes, der Universitetet i Stavanger, der University of Malta und der Universität Innsbruck unterstützt.

 

(c) copyright Foto: Niklaus Mosimann

Begleiteter Ausstieg aus Pornografie und Sexsucht

Die Beratungsstelle KommCare Basel berichtet, dass sie im 2014 rund 40 Männer, die mit Pornografie oder Sexsucht kämpften, begleitet hat und unzählige weitere in einzelnen Beratungsprozessen.

„Betroffene sind unter ihrer Scham oftmals jahrelang wie gelähmt, sich Hilfe zu suchen. Der Schritt zum Gespräch oder gar in die Gruppe ist ein grosser“, sagt Benjamin Schaffner von der Beratungsstelle KommCare. „Der Prozess jedoch ein sehr heilsamer, weil jeder Teilnehmer erfahren darf, dass er nicht alleine ist und es einen Ausweg aus den ständigen Suchtkreisläufen und den Abstürzen geben kann.“ Dies erfolge allerdings in der Regel nicht alleine. Die Haltung, „Ich schaffe das alleine, ich brauch keine Hilfe …“, seien (Abwehr-) Sätze die zum Süchtigen gehörten, wie seine ständig sich wiederholenden Rituale, sein Lügennetz, sein Abstumpfen. Berliner Wissenschaftler hätten festgestellt, dass häufiger Pornokonsum das Gehirn schrumpfen lasse. Man vermute, dass regelmässiger Pornokonsum das Belohnungssystem (Striatum/Hirnregion, die zum Belohnungssystem gehört) ausleiere, so dass immer stärkere Reize benötigt würden, um Befriedigung zu erreichen.

Allein in der USA würden pro Jahr zehn Milliarden Dollar für Pornografie ausgegeben, berichtet KommCare. 11‘000 neue Pornofilme würden jährlich produziert. Frauen seien in diesen Filmen keine Menschen, sondern nichts als drei Löcher und zwei Hände. Dass Pornografie Gewalt ist, unterstrichen beispielsweise Artikel aus „Emma“ („Die Wahrheit – im Zentrum steht der Schmerz“) oder Alice Schwarzer in ihrem Buch „Prostitution, ein deutscher Skandal“. Pornografie und Menschenhandel gingen Hand in Hand.

„Pornosucht wird zum Problem für Junge“

Betroffen seien nicht nur Erwachsene: Das Durchschnittsalter, in dem Kinder erstmals Pornos sehen, sei inzwischen auf elf Jahre gesunken. Am 31. März 2014 berichtete „20min.ch“: „Pornosucht wird zum Problem für Junge“. Schweizer Sexualtherapeuten schlügen Alarm. Die Zahl der jungen Erwachsenen, die pornosüchtig seien, steige rasch an. Sexologin Marie-Helene Stauffacher stellte fest, dass sich immer mehr unter 25-Jährige deswegen bei ihr behandeln liessen. „Gerade junge Männer sehen in Pornos einen direkten Weg zur Befriedigung“, sagte sie in der Zeitung „Le Matin“. Die Folge: „Sex mit einer Partnerin scheint plötzlich kompliziert zu sein.“ Die Jungen befürchteten, zu wenig Ausdauer zu haben und die Mädchen, den Vorstellungen ihrer Partner nicht gerecht zu werden. Dr. C. Bessler, Chefärztin Kinder- und Jugendforensik, Zürich, meinte zu übermässigem Pornokonsum im Teenageralter: „Es kommt bei Jugendlichen zu Fehlannahmen, was einer Frau gefällt und was nicht.“ Zudem seien diese Jugendlichen dann nicht mehr empfänglich für zarte Flirts, es müsse immer gleich zum Geschlechtsverkehr kommen.“ Am 21. November 2014 gab „Dr. Sex“ einem Pornosüchtigen in „20 Minuten“ den Rat: „Wie du schreibst, hast du bereits mehrmals erfolglos versucht, dein Verhalten zu ändern. Es scheint mir daher wenig sinnvoll, es ein weiteres Mal auf eigene Faust zu probieren. Suche dir stattdessen eine Fachperson, die dich im anstehenden Veränderungsprozess begleitet. Sich einem fremden Menschen gegenüber zu outen ist zwar möglicherweise beschämend, gleichzeitig aber auch ein erster Schritt zur Bewältigung des Leidens …“

Begleitetes 20-wöchiges Ausstiegsprogramm

Die Erfahrungen von KommCare würden diese Medienberichte bestätigen, sagt Schaffner. Darum würden auch im Jahr 2015 wieder zwei neue Gruppen in Basel starten mit Teilnehmern aus dem Dreiländereck. Es gehe im begleiteten 20-wöchigen Programm (mit Anschlussmöglichkeiten) um Pornographie-Abhängigkeit, Sex- und Internetsucht. Während dieser Zeit würden Betroffene lernen, den sich ständig wiederholenden Suchtkreislauf zu entlarven und geeignete Massnahmen zu treffen, um diesen zu unterbrechen. „Wir arbeiten in dieser Phase vor allem auf der verhaltenstherapeutischen Ebene. Der Teilnehmer lernt jedoch auch einige der Themen kennen, die üblicherweise einem Suchtverhalten zugrunde liegen.“ Einige würden während oder nach der Gruppe weitere Angebote wie Seelsorge, andere Gruppenprogramme oder auch psychische Fachhilfe, Eheberatung usw. beanspruchen. „Fast übereinstimmend sagen uns Betroffene, dass sie die Gruppe als sicheren Ort und Oase erleben würden, an dem sie über dieses belastende Thema austauschen können und Hilfe, Unterstützung und Coaching erhalten.“

Liberty4You

Das Programm heisst „Liberty4You“ und unter der Plattform www.liberty4you.ch finden Betroffene viele Informationen rund um das Thema. „Freiheit für dich“ drücke einen Wunsch und eine Hoffnung für die Betroffenen aus, sagt Schaffner. Viele hätten bereits einen langen Weg hinter sich, bis sie für sich Hilfe in Anspruch nehmen würden. „Meist sind noch sehr viele Fragen offen, wie z. B. ‚Bin ich wirklich süchtig?’, ‚Gibt es Sexsucht überhaupt oder ist das für Männer nicht normal?’, ‚Wie sieht denn eine mögliche Hilfe aus?’, ‚Wie kann ich frei werden und frei bleiben?’, ‚Wie können Angehörige damit umgehen (Co-Sucht)?’ usw.“ Liberty4you ist eine angeleitete Selbsthilfegruppe und besteht seit 2006. Die Selbsthilfegruppe basiere auf dem biblischen Menschenbild, sagt Schaffner, sei aber an keine bestimmten Kirche oder Glaubensrichtung angeschlossen. „Liberty4You ist eine Arbeit, die Sex- und Pornosüchtige in die Freiheit begleiten will. Liberty4You will aber auch Infoportal sein, nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für Angehörige, Seelsorger und Therapeuten.“

Ein ehemaliger Teilnehmer in der Selbsthilfegruppe gibt zu Protokoll: „Durch Liberty4You habe ich überhaupt erst richtig erkannt, dass ich sexsüchtig bin. Früher habe ich immer gedacht, ich wäre der einzige Mensch mit solchen Problemen und bin mit meiner Scham alleine geblieben. Und so habe ich inzwischen den Mut gefunden, über meine Sucht zu reden – auch mit Männern aus der Gruppe, u. a. an den Abenden während der Gruppe – und die Hintergründe verstehen, respektieren aber auch hinter mich lassen zu lernen. Stück für Stück kann ich aufarbeiten, was mich in die Sucht geführt hat, und finde im Prozess mit anderen Betroffenen Lösungsmöglichkeiten, wieder frei und heil zu werden. Das passiert nicht von jetzt auf gleich, aber die kleinen wöchentlichen Fortschritte geben mir Kraft und Mut am Prozess dranzubleiben und auch andere zu ermutigen sich ihrer Problematik zu stellen. Ich freue mich auf die weiteren Schritte im Prozess und kann Liberty4You allen Betroffenen nur sehr ans Herz legen.“